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Iran: Faszination für alle Sinne

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Wie oft hörten wir vor der Reise Bedenken, wenngleich das lustig verpackt wurde:
Kommt vor allem wieder, seid vorsichtig, habt Ihr keine Angst, muss das sein?


Wir wissen ja nun schon aus vielen anderen Reisen, dass man aus deutschem Blickwinkel meist zuerst die Bedenken hört. Angst vor Fremdem scheint tatsächlich in Deutschland verbreitet zu sein, ohne dass es mit Hass verbunden sein muss.
Wir sind einfach anders sozialisiert. Die Grenzen der DDR haben uns früher permanent herausgefordert. Und doch haben wir schon damals nichts Unbedachtes gemacht. Was viele andere auch damals auch anders gesehen haben. Genauso ist es heute noch. Nur dass man sich heute viel besser vorher informieren kann. Natürlich suchen wir weder die Provokation noch das Risiko. Es macht uns einfach riesig Spaß, eine völlig andere Kultur kennenzulernen und Menschen aus dieser Kultur so nahe zu kommen, wie es möglich scheint.

Es sind immer die Menschen, die ein Land ausmachen und ihm ein Gesicht geben. Und umgekehrt geben wir als Reisende auch in das Land, aus dem wir kommen und auch in unsere westliche Anschauung Einblicke, die eben auch nicht den bösen und herzlosen Westen offenbaren. Austausch auf Augenhöhe von Menschen aus ganz verschiedenen Ländern müsste es viel mehr geben.
Machthaber können nur dann Völker gegeneinander hetzen, wenn sie nicht viel voneinander wissen.
Wenigstens dagegen wollen wir unseren Beitrag leisten.

Diese Botschaft schon voran, weil sie die wichtigste von allen auf dieser Reise ist:
So waren die iranischen Menschen, die uns begegnet sind…
Offen, neugierig, zuvorkommend, hilfsbereit, freundlich, diplomatisch, selbstbewusst, humorvoll, tolerant, Sinn und großes Interesse für die eigene Kultur, Stolz auf eigene Identität und Geschichte.

Mädchen nahe der Stadtfestung Arg-e Karim Khan

Mädchen nahe der Stadtfestung Arg-e Karim Khan

Wir sollen in die Stadt fahren - nach Teheran wären es aber 80 km Umweg, denn wir wollen genau in die entgegen gesetzte Richtung weiter.
Also nehmen wir nach Plan ein Taxi nach Qom, das liegt schon ca. auf ¼ des Weges nach Isfahan, unseres Zieles. Die Gruppe Männer, die sich gleich um uns bemüht hatte, verstand unser Anliegen offenbar nicht, denn vom Flughafen fährt man üblicherweise nur nach Teheran rein und nicht weg davon. Das wird uns aber erst klar, nachdem wir auf der Autobahn einige Male „Qom“ in der Gegenrichtung lesen. Wir können unserem Fahrer, der kein Englisch versteht, klarmachen, dass er erstmal anhalten soll. Er hat die gute Idee, einen anderen englisch sprechenden Taxifahrer hinzu zu holen. So wird alles aufgeklärt und wir fahren wieder zurück zum Ausgangspunkt. Bezahlen müssen wir nichts. Und steigen schließlich ins gleiche Taxi wieder ein, jetzt nach Qom. Keiner ist sauer, auch wir nehmen es gelassen. Man hat sich ja sichtbar um uns bemüht – und das wird Erfahrung sein, die wir über die gesamte Reise machen. In Qom steht am Busbahnhof schon abfahrtsbereit ein Bus nach Isfahan. Wahrscheinlich wartet ja immer schon einer, so wird unsere Erfahrung sein.

Nach ca. 6 Stunden Fahrt sind wir da, incl. den vorgeschriebenen Fahrerpausen die auch von der Miliz kontrolliert und wohl deshalb streng eingehalten werden. In der Pause suche ich wieder eine Toilette, finde aber keine. Vorsichtshalber habe ich Thomas mitgenommen. So steht er dann Wache neben einem dichten Busch aus Schilfgras, in den ich mich geflüchtet habe. Es war zu riskant, weiter zu suchen, wo doch unser gesamtes Gepäck ohne uns im Bus war. Bei der Ankunft auf dem Busbahnhof in Isfahan regnete es – es blieb das einzige Mal während unserer zweiwöchigen Tour. Schließlich fahren wir ja auch überwiegend durch ein Hochland, das ohne menschliche Besiedlung nur Wüste und Steppe wäre. Die fehlende SIM-Karte ist kein Problem. In einem kleinen Fastfood-Laden essen und trinken wir etwas. Bezahlen sollen wir nichts und bekommen auch gar keine Chance. Uns kann jedenfalls gar nicht passieren. So uneingeschränkt freundlich sind uns noch in keinem Land die Menschen begegnet! Der Inhaber ruft die Telefonnummer an, die wir von den Gastgebern vorher übermittelt bekommen hatten. Es wird ohne unser Mittun ein Taxi geordert, das uns zu der Adresse bringt, die wir vorher noch nicht mal wussten. Die Spannung steigt – wer wird uns empfangen. Als wir die Familien im Vorjahr in Armenien kennen lernten, haben wir nicht nur mit einem die e-mails getauscht. Geantwortet hat uns nur einer. Jetzt erfahren wir, wer das war. Bei seiner Familie gibt es gleich ein leckeres Dinner. Zwar sind wir sehr müde von den nächtlichen Flügen, aber der gemeinsame Spaziergang am Ufer des Zayandeh-Flusses – die Lebensader der Stadt - tut uns sehr gut. Trotz nicht so warmem Wetter (eher kalt wie bei uns) sind hier viele vor allem junge Iraner unterwegs. Nicht nur einmal sprechen uns vor allem junge Frauen an, die uns ja ansehen dass wir nicht von hier sind. Mit einem feschen Schleier auf dem Hinterkopf liege ich im Trend.
Abends wollten wir lieber früh ins Bett, aber die ältere Tochter, Jamim, hatte 17. Geburtstag. So kamen jede Menge Verwandtschaft und Freunde zu Besuch. Es gibt leckeres Essen, schon heute ganz viele Gespräche. Auf kleinen Tischen wird nach dem Essen Obst und Tee sowieso angeboten. Es ist alles sehr entspannt, trotz der vielen Menschen.

Isfahan - erste Eindrücke
erster Rundgang in Isfahan allein

Und es wurde spät, sodass wir am Morgen erst um 11 loskamen. Schuld war aber auch der Papagei, der den ganzen Abend ganz still war, morgens in Form kam und uns weckte, als wir noch nicht bereit waren aufzustehen und dann doch nicht mehr einschlafen konnten.
Zuerst laufen wir zum Meydan-e Imam, dem größten und bekanntesten Platz im Iran. Er ist von einem spektakulären Gebäudeensemble umschlossen. Davon schauten wir ausgiebig die Große Moschee an - teils ganz allein – ohne andere Besucher. Das ist ein großer Vorteil der Nebensaison. Für Iraner ist es wahrscheinlich im Februar noch zu kalt zum Reisen – für uns genau richtig. Vom Palast Ali Qapu verschaffen wir uns einen schönen Blick über die gesamte Anlage. Dann geht es in den berühmten Basar nebenan. Dort finden wir auch ein untouristisches Restaurant, wo wir gut und preiswert (ca. 5 € pro Person) essen. Auch wenn wir dort weder die Speisen noch die Preise lesen konnten. Wir nahmen einfach, was wir schon bei den anderen auf dem Tisch sahen. Und wir entdecken Dough, ein erfrischendes Joghurtgetränk mit Salz und Kräutern. Das ist in touristischen Restaurants eine gute Alternative, wenn man mal zum Essen was anderes als alkoholfreien Bier probieren will. Danach wollen wir eigentlich in die andere Moschee am Meydan: Masdjed-e Lotfolla. Davor hängt aber 16:30 schon ein großes Schloss. Die Öffnungszeiten am Tor können wir auch nicht lesen. Ein Problem ganz anderer Art sind die nicht immer vorhandenen öffentlichen Toiletten. Man sollte also nicht erst im letzten Moment daran denken. Langsam gewöhne ich mich an das permanent auf dem Kopf befindliche Tuch, zumal ich bei dem heutigen starken Wind sonst ohnehin eine Mütze aufgesetzt hätte. Was man nach dem ersten Tag schon unbedingt sagen muss: wir wurden überall zuvorkommend angesprochen und unterstützt, soweit wir das auch wollten. Interessant ist, dass gutes Englisch doch eher nur die jungen und natürlich die gebildeten Leute sprechen. Aber gerade die sind auch sehr aufgeschlossen.
Wir fühlen uns sehr wohl und sicher. Erst nach 20:00 Uhr kehren wir in die Wohnung unserer Gastgeber zurück. Wohnzimmer und Küche sind sehr großzügig wie in einem Palast. Sie stellten uns im Übrigen ihr eigenes Schlafzimmer zur Verfügung! Das werden wir keinesfalls über Gebühr strapazieren, denn sie haben ja trotz unseres Besuches einen vollen Arbeitsalltag! Der Mann leitet eine dermatologische Arztpraxis, die Frau ist Lehrerin für Englisch und Geschichte. So ziehen wir uns heute Abend mal ein wenig zurück, werden sicher noch einen Tee zusammen trinken.
Soweit unsere Idee. Gleich darauf klingelt es aber wieder und Besuch kommt. Ein anderes uns auch bekanntes Ehepaar Familie kommt. Auch wir freuen uns sehr, auch wenn es dann wieder später wird. Die Frau war in Armenien am Sewansee diejenige, die ich zuerst angesprochen hatte und die mir schon da aufgrund ihrer Offenheit sofort sehr gefiel, als sie mit der Tochter in Leggins und T-Shirt vom Baden kam.
Bis heute habe ich nicht ihren Namen heraus bekommen.
Sie sprach von ihrem Mann – dem Inhaber und Leiter einer großen Poliklinik – immer mit Mister xxx, bis wir den Zusammenhang verstanden. Es war einfach nicht möglich, sie direkt nach ihrem Namen zu fragen. Leider sprach sie kein Englisch. Sie will es sich nicht aber nicht nehmen lassen, mit uns einen Tag gemeinsam zu verbringen. Deshalb organisiert sie für den nächsten Tag eine junge Frau, die Deutsch kann und bereit ist, mit uns zu kommen. Kein Zufall: sie war gerade aus der Schweiz zu Besuch wegen einer Schönheitsoperation – in der Praxis unseres ersten Gastgebers.

Masdjed-e Imam am Meydan-e Imam

Masdjed-e Imam am Meydan-e Imam

 

Isfahan mit iranischen Einblicken


Wir werden gleich früh damit überrascht, dass gleich das ganze Gepäck mit ins Auto soll. Die Familien die wir beide in Armenien kennen gelernt hatten, haben das gestern Abend noch gemeinsam beschlossen, als sie alle wegen uns zusammen kamen. Und das passiert offenbar alles spontan. Uns bleibt gar nichts anderes übrig und wir fahren gut damit: wir überlassen uns einfach unseren Gastfamilien. Schnell sind die Rucksäcke zusammen gepackt und wir sitzen im Taxi zum nächsten Quartier. Jetzt wohnen wir also noch für den Rest in Isfahan bei der anderen Familie. Tatsächlich haben sie viele mehr Platz und sogar eine Haushälterin, mit der sie ein spürbar freundschaftliches Verhältnis haben. Unsere gemeinsame Besichtigungstour war für uns vor allem durch die möglichen offenen Gespräche mit unserer Schweizer Dolmetscherin ein großer Gewinn, aber auch das gemeinsame Erleben mit unserer iranischen Gastgeberin, die sehr aufgeweckt und auch sehr an uns interessiert ist. Das war ja genau der Punkt, der uns in Armenien voriges Jahr zu einander brachte. Wir fühlen uns vor allem ihr innerlich sehr verbunden. Das ist eher Zufall und für uns natürlich hilfreich, aber nicht wichtig, dass wir da schon an eine offensichtliche sehr gut situierte Familie geraten sind. Der Dritte im Bunde, der Taxifahrer trug mit seinem fröhlichen Humor auf seine Weise zu dem gelungenen Tag bei. Die Stationen unsere Besichtigung in Isfahan sind hier nur aufgezählt - mehr Details sind im Reiseführer nachzulesen bzw. aus den Fotos:
1. Palast Chehelsotun, nebenan: Ausstellung moderne Malerei
2. Moschee Jameh
3. Bazar Sabzeh
4. Meydan Iman Ali
5. Hamam seyed
6. Moschee seyed
7. Meydan Iman
8. Moschee Lotfallah (ist wieder gerade geschlossen)


Shiraz – Stadt der Gärten und der Poesie
Rundgang Shiraz, Popkonzert

Gartenpalast nahe dem Hotel Sasan

Gartenpalast nahe dem Hotel Sasan

In Shiraz ist es etwas wärmer und sogleich frühlingshaft. Wir spazieren durch die zahlreichen Gärten, Paläste und Moscheen. Shiraz – Stadt der Rosen und der Poesie. Man spürt das, auch wenn erst die ersten Blüten sichtbar sind. Das haben wir in dieser Reihenfolge bei unserem Stadtrundgang angeschaut:
Alte Stadtmauer
Pars-Museum
Masdjed-e Vakil (Moschee)
Masdjed-e Atiq (Freitagsmoschee) mit
Mausoleum Shah Cheraq (Tschador-Pflicht!)
Madreseh-ye Khan (Koranschule)
Baq-e Narenjastan (mit wunderschönem Garten)
Masdjed-e Nasir il-Molk
Grab von Hafis
Mittags essen wir mal wieder im Bazar - in einem traditionellen, einheimischen Restaurant. Ein Iraner spricht uns in überraschend gutem Deutsch an. Er war 20 Jahre in Deutschland und ist als Jugendlicher dort sozialisiert worden. Daher ist es nicht überraschend dass er lieber in Deutschland leben würde, obwohl er offenbar mit seinem Laden auf dem Bazar gutes Geld (über 3000 €/Monat?!) verdient. Dafür arbeitet er aber auch 10 Stunden am Tag und 7 Tage in der Woche.

 Es war Freitag und es fühlt sich auf den Straßen tatsächlich etwas wie bei uns der Sonntag an. Große Bereiche im Basar und auch die meisten Läden haben geschlossen. Viele Familien machen Ausflüge so wie wir.
Am Grab von Hafis mussten wir erst in der Schlange nach Eintrittskarten anstehen. Könnte man sich so etwas bei uns vorstellen, am Grab von Goethe oder Schiller z. B.? Die Menschen aller Landesteile verehren ihre großen Dichter wie Hafis und Saadi. Selbst Goethe wurde zu seinem „Westöstlichen Diwan“ von „dem herrlichen Poeten“ Hafis inspiriert. Er schreibt u.a. über ihn: „Alles was dem Stoff und dem Sinne nach bei mir Ähnliches verwahrt und gehegt worden, tat sich hervor, und dies mit umso mehr Heftigkeit, als ich höchst nötig fühlte mich aus der wirklichen Welt, die sich selbst offenbar und im stillen bedrohte, in eine ideelle zu flüchten, an welcher vergnüglichen Teil zu nehmen meine Lust, Fähigkeit und Willen überlassen war. [...]“
(Goethe: Aus den Tag- und Jahresheften, 1815)
In den ungefähr tausend Jahren der klassischen persischen Dichtung genossen und genießen bis heute Poeten ein hohes kulturelles Ansehen. Die iranischen Kulturen durchzieht zudem eine Neigung zu mystischem Gedankengut. So ist auch deren Poesie nicht allein mit dem Verstand zu greifen. Der uns „im Westen über die Jahrhunderte abhanden gekommene Glaube an die kosmische Harmonie“, ein zentrales Element in der orientalischen Kultur, nehmen die Iraner als „offensichtliche spirituelle Entwurzelung des Westens, sein Dominanzstreben gegenüber angeblich rückständigen Kulturen , seine Schnelllebigkeit und seine gewaltsame Trennung von der heiligen Welt der Natur“ wahr (Jason Elliot „Persien, Gottes vergessener Garten“, 2009).


Rundum die Altstadt von Yazd
Rundgang Yazd-Altstadt

Freitagsmoschee in Yazd

Freitagsmoschee in Yazd

 

Ein rundum entspannter Tag erwartet uns, auch wenn wir von 9 bis 8 Uhr abends unterwegs sind. Yazd bietet aber so viele Erholungsoasen, dass man auch gar nicht ins Hotel zurück muss, um mal abzuschalten. Der alte Stadtkern aus alten Lehmhäusern mit engen Gassen, wo auch noch Leute wohnen und Werkstätten, Cafés und Shops betreiben, ist gar nicht so groß. Und doch kann man sich treiben lassen und entdeckt immer neue Ecken. Ab 9:00 Uhr ist die Sonne schon ziemlich warm und mittags sucht man sich selbst in dieser kalten Jahreszeit schon den Schatten. Für uns ist das genau richtig – fühlt sich an wie Frühling. Es gibt immer wieder Überraschendes. Z.B. gehen wir vor der Freitagsmoschee aus Neugier mal den Frauen hinterher, weil sie alle in dieselbe Gasse einbiegen und dort hinter demselben Vorhang verschwinden. Da muss ich natürlich hinterher – und ich erlebe: ein Gebet für Frauen, die mich ganz selbstverständlich in ihrer Mitte aufnehmen. Äußerst selten hat jemand etwas gegen Fotos oder das Filmen mit dem Smartphone. Das bekommt man mit Wörtern oder Gesten immer schnell heraus. Gastfreundschaft und Geschäftssinn sind oft vereint, indem man für wirklich nützliche Dienstleistungen einen kleinen Obulus entrichten muss. So kann man in einem Haus auf das Dach klettern, dort Tee trinken und in wunderschönen Bildbänden blättern, die in einer kleinen Bibliothek bereitstehen oder man kann wunderbar den Blick über eine Landschaft von Windtürmen mit schneebedeckten Bergen im Hintergrund gleiten lassen. Yazd liegt auf 1200 m Höhe mitten in der Wüste Kavir und zugleich am Fuß eines über 4000 m hohen Bergmassivs. Das Schmelzwasser von dort wird geschickt zur Bewässerung genutzt, z.B. für die hier reifenden Granatäpfel. Schon zu den besten Zeiten der Seidenstraße waren die hier hergestellten Stoffe berühmt, vor allem die kräftige Brokatseide, aus der man alle denkbaren nützlichen Dinge oder Souvenirs vor allem in Blau und Rot dominierten mehrfarbigen Paisley-Mustern anbietet. Auch wir lassen uns zum Kauf verführen. Yazd ist auch bekannt für die Zoroastrier (Zarathustra als Gott), einer Vorläuferreligion des Islam in Iran. Noch einige Tausend von ihnen leben in Yazd und den umgebenden Dörfern. Hier haben sie ihr Glaubenszentrum in Iran, bedeutend sogar weltweit. Von Glaubensbrüdern aus Indien wurde 1934 in Yazd ein Feuertempel errichtet. Das Feuer darin soll schon seit 470 n.Chr. ununterbrochen brennen und bis hierher immer weiter getragen worden sein. Eine Station war z. B. Kabul. Die von den Zoroastriern genutzten so genannten Türme des Schweigens (am Stadtrand zu sehen) zeugen noch heute von dem bis in die 1960’er Jahre betriebenen Totenkult, der jetzt nicht mehr erlaubt ist. Die Toten wurden auf dem Berg aufgebahrt und praktisch den Geiern überlassen. Auch von denen gibt es weltweit ja immer weniger.
Wir fahren zurück zum Meydan-e Mir Chaqmaq, der von einem riesigen Portalbau mit Minarett beherrscht wird. Von da wurden von den früher herrschenden feste und Zeremonien auf dem Platz verfolgt. Eine Attraktion für uns gibt es gleich um die Ecke: ein Zurkhaneh - ein traditioneller Sport der Männer zwischen Körperertüchtigung, Kampfeslust und einem Trommelrhythmus, der über mehr als eine Stunde das ganze wie einen Tanz begleitet. Inzwischen sind Zuschauer zugelassen, es bringt ja auch ein paar Einnahmen. Gleich um die Ecke befindet sich Iran’s berühmteste Konditorei. Aber nicht Torten werden dort kunstvoll gefertigt, sondern vor allem Pralinen, die ringsum in Glasvitrinen ausgestellt sind. Leider gibt es keine Verkostung. Wir kaufen dennoch ein paar Schachteln zum Probieren für zu Hause (nachträglich: sie sind tatsächlich sehr lecker, die meisten mit Safran, Rosenwasser und Pistazien).

Da der Bazar hier ab ca. 14-17 Uhr geschlossen ist (wahrscheinlich die Zeit der größten Hitze), streifen wir erst abends nochmal durch die bunten Gassen. Dabei stellen wir auch fest, dass es - wie schon in Isfahan und Shiraz - bestimmte Sachen eben nur hier gibt. Aus dieser Kenntnis warten wir mit dem Kaufen von speziellen Dingen nicht erst die letzte Station ab.

 

 Quelle: http://www.geo.de

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